Sparquote berechnen: Formel und Rechenbeispiel
Welcher Anteil deines Einkommens bleibt übrig? Die Formel, ein Rechenbeispiel und drei Stellschrauben.
Die Sparquote sagt dir, welchen Teil deines Einkommens du zurücklegst, statt ihn auszugeben. Sie ist eine der wenigen Zahlen, die dir ehrlich zeigt, wie viel finanzieller Spielraum wirklich entsteht, unabhängig davon, ob du viel oder wenig verdienst.
Die Formel
Sparquote in Prozent = Sparbetrag ÷ verfügbares Einkommen × 100
Das Wichtigste ist, was in den beiden Größen steckt:
- Verfügbares Einkommen: das, was nach Steuern und Sozialabgaben auf deinem Konto landet, also Netto-Gehalt plus Kindergeld, Nebeneinkünfte und andere regelmäßige Zahlungen. Nicht das Brutto.
- Sparbetrag: das, was du in einem Zeitraum tatsächlich zurücklegst. Dazu gehören Sparkonto, Tagesgeld, ETF-Sparplan, Altersvorsorge-Beiträge und Sondertilgungen auf Kredite. Bei Letzterem gibt es zwei Lesarten (siehe unten).
Du kannst die Quote für einen Monat oder ein Jahr berechnen. Für ein belastbares Ergebnis ist ein Jahr besser, weil Einmalausgaben wie Urlaub oder die Kfz-Versicherung sonst einzelne Monate verzerren.
Rechenbeispiel
Das folgende Beispiel ist frei erfunden und dient nur der Rechnung.
Eine Person verdient netto 2.400 € im Monat und erhält 250 € Kindergeld. Verfügbar sind also 2.650 €. Sie legt 160 € auf ein Tagesgeldkonto und zahlt 90 € in einen Sparplan. Der Sparbetrag beträgt 250 €.
Sparquote = 250 ÷ 2.650 × 100 = rund 9,4 Prozent.
Für ein Jahr rechnest du genauso: alle Einnahmen des Jahres zusammenzählen, alle zurückgelegten Beträge zusammenzählen, teilen. Wenn im Dezember ein Weihnachtsgeld dazukommt und du davon einen Teil sparst, fließt beides ein.
Was zählt als Sparen, was nicht?
Hier gibt es keine einzige richtige Antwort, nur eine, die du konsequent beibehalten solltest:
- Tilgung von Schulden: Zählt als Vermögensaufbau, weil deine Schuld sinkt. Für die persönliche Rechnung ist es sinnvoll, sie mitzuzählen, sofern es eine Sondertilgung über die vereinbarte Rate hinaus ist. Die reguläre Rate gehört zu den festen Kosten.
- Rücklagen für bekannte Ausgaben (neue Waschmaschine, Jahresrechnungen): Sind kein Sparen im Sinne von Vermögensaufbau, aber auch kein Ausgeben. Führe sie getrennt auf.
- Altersvorsorge über den Arbeitgeber: Zählt, wenn du den Betrag aus dem Netto-Gehalt kennst. Wird der Beitrag vor der Auszahlung abgeführt, ist er in deiner Netto-Zahl schon nicht mehr enthalten, und du kannst ihn gesondert vermerken.
Die amtliche Statistik definiert die Sparquote der privaten Haushalte in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung nach eigenen Regeln. Diese Zahl ist deshalb nicht direkt mit deiner persönlichen Quote vergleichbar.
Was ist eine gute Sparquote?
Eine allgemein gültige Zahl gibt es nicht. Oft genannt wird die Faustregel, etwa ein Zehntel bis ein Fünftel des Nettos zu sparen. Das ist ein Richtwert, keine Pflicht, und für viele Haushalte zu hoch oder zu niedrig:
- Bei niedrigem Einkommen und hohen Fixkosten ist schon eine einstellige Quote ein Erfolg.
- Wer Schulden mit hohen Zinsen hat, sollte die Quote zuerst in die Tilgung stecken (siehe Schuldentilgung: Schneeball oder Lawine).
- Wer einen großen Kauf plant (Auto, Eigenkapital für eine Wohnung), spart zeitweise mehr.
- Eine Quote von null in einem Jahr mit hoher Einmalbelastung (Umzug, Hochzeit, Reparatur) ist kein Versagen.
Entscheidend ist die Richtung über mehrere Monate, nicht der Wert eines einzelnen Monats.
Drei Stellschrauben, um die Sparquote zu erhöhen
- Sparen vor Ausgeben. Richte einen Dauerauftrag direkt nach dem Gehaltseingang ein. Was nicht auf dem Girokonto liegt, wird weniger leicht ausgegeben.
- Die größten Fixkosten prüfen. Miete, Versicherungen, Strom, Handy und Internet wirken jeden Monat. Ein günstigerer Tarif spart auf Dauer mehr als ein Verzicht auf Kaffee.
- Die variablen Kosten kennen. Wer nicht weiß, was im Supermarkt, beim Essen gehen und online hängen bleibt, kann nicht gezielt entscheiden. Dafür hilft ein Haushaltsbuch.
Eine vierte Stellschraube ist die Einnahmenseite: Gehaltsverhandlung, Nebeneinkünfte, Wechsel in eine besser bezahlte Stelle. Sie wirkt oft stärker als jede Kürzung, ist aber nicht in jeder Lage verfügbar.
Typische Rechenfehler
- Brutto statt Netto im Nenner verwenden. Dann sieht die Quote kleiner aus, als sie ist.
- Einmalige Einnahmen (Steuerrückerstattung, Erbe) in einem Monat mitzählen und ihn damit künstlich schönrechnen.
- Kreditaufnahme als Einkommen behandeln: Geliehenes Geld ist keine Einnahme.
- Gemeinsame Konten vermischen: Bei Paaren rechnet ihr entweder für den Haushalt gemeinsam oder jede Person für sich, nicht halb-halb.
So machst du es dir leicht
Trage Einnahmen und Zurückgelegtes jeden Monat in dieselbe Tabelle ein, den Rest erledigt die Formel. Im Gratis-Muster Haushaltsbuch Light ist die Sparquote bereits eingebaut: Gratis-Muster ansehen. Die Vorlage Sparziele hilft dir, aus der Quote konkrete Ziele mit Datum zu machen, und das ausführliche Haushaltsbuch zeigt die Quote für das ganze Jahr.