PapierkramVorlagen, die funktionieren

Lebenslauf schreiben: Aufbau, Inhalt, Fehler

Stand 18.10.2026 · Lesezeit ca. 4 Min.

Der tabellarische Lebenslauf in Deutschland: Reihenfolge, Umfang, Foto, Lücken und die Fehler, die am häufigsten vorkommen.

Ein Lebenslauf wird in wenigen Augenblicken überflogen, bevor jemand entscheidet, ob er genauer liest. Das heißt nicht, dass er oberflächlich sein darf. Er muss so gebaut sein, dass man in dieser kurzen Zeit findet, was man sucht: Wer bist du, was hast du gemacht, passt das zur Stelle?

Das Grundprinzip: tabellarisch und antichronologisch

In Deutschland ist der tabellarische Lebenslauf üblich. Links steht der Zeitraum, rechts das, was du in diesem Zeitraum gemacht hast. Die Reihenfolge ist antichronologisch: das Neueste steht oben, das Älteste unten. Wer deinen Lebenslauf liest, will zuerst wissen, wo du jetzt stehst.

Abschnitte in sinnvoller Reihenfolge

  1. Persönliche Daten: Name, Anschrift (Ort und Postleitzahl reichen, wenn du die Straße nicht angeben möchtest), Telefonnummer, E-Mail. Geburtsdatum und Familienstand sind nicht vorgeschrieben.
  2. Berufserfahrung: pro Station Zeitraum (Monat/Jahr), Position, Arbeitgeber mit Ort, dazu zwei bis vier Stichpunkte zu deinen Aufgaben und Erfolgen.
  3. Ausbildung und Studium: Abschluss, Einrichtung, Zeitraum, gegebenenfalls Schwerpunkt oder Abschlussnote, wenn sie für die Stelle zählt.
  4. Weiterbildungen und Zertifikate: nur, was zur Stelle passt.
  5. Kenntnisse: Sprachen mit Niveau (zum Beispiel nach dem Europäischen Referenzrahmen), Software, Führerschein.
  6. Interessen oder Ehrenamt: optional, kurz, nur wenn es etwas über dich aussagt.

Berufseinsteiger, Azubis und Schulabgänger stellen Ausbildung, Praktika und Projekte nach vorne, weil es dort noch wenig Berufserfahrung gibt.

Wie lang darf er sein?

Als Faustregel gilt: eine Seite bis zu etwa fünf Berufsjahren, danach zwei Seiten. Eine strenge Vorschrift gibt es nicht. Was zählt, ist, dass jede Zeile einen Zweck hat. Wenn eine Station zehn Jahre zurückliegt und nichts mit der Stelle zu tun hat, genügt eine Zeile.

Aufgaben beschreiben, ohne zu langweilen

Schreibe keine Stellenbeschreibung ab. Beschreibe, was du bewirkt hast, und wo möglich mit einer Zahl, die du wirklich belegen kannst:

  • schwach: „Zuständig für die Kundenbetreuung“
  • besser: „Betreuung von rund 40 Bestandskunden, Angebote und Reklamationen eigenständig bearbeitet“

Erfinde keine Zahlen. Jede Angabe kann im Vorstellungsgespräch nachgefragt werden. Wenn du keine Zahl hast, beschreibe das Ergebnis in Worten.

Foto ja oder nein?

Ein Foto ist in Deutschland nicht vorgeschrieben. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet Benachteiligungen etwa wegen Alter, Herkunft oder Geschlecht, deshalb verzichten viele Arbeitgeber und manche Bewerbungsportale inzwischen auf Fotos. Wenn du eines verwenden möchtest, sollte es ein aktuelles, schlichtes Porträt sein, kein Urlaubsbild. Wenn du kein Foto möchtest, ist das in Ordnung, und der Platz wird für Text frei.

Lücken im Lebenslauf

Lücken sind normal: Elternzeit, Pflege, Krankheit, Neuorientierung, Weltreise. Verstecke sie nicht mit gerundeten Jahreszahlen, sondern nenne sie kurz und sachlich („Elternzeit“, „Pflege eines Angehörigen“, „berufliche Neuorientierung und Weiterbildung“). Ein Satz reicht. Lücken, die erklärt sind, sind selten ein Problem; Lücken, die unerklärt bleiben, rufen Fragen hervor.

Gestaltung

  • Eine gut lesbare Schrift (11 bis 12 Punkt im Fließtext), nicht mehr als zwei Schriften.
  • Viel Weißraum, klare Überschriften, einheitliche Abstände.
  • Wenig Farbe: Eine Akzentfarbe genügt.
  • Keine Grafiken für Fähigkeiten wie Balken oder Sterne: Sie sagen nichts aus, und automatische Systeme können sie nicht lesen (siehe Bewerbung ATS-tauglich).
  • PDF statt Word beim Versand, damit nichts verrutscht. Dateiname: „Lebenslauf_Vorname_Nachname.pdf“.

Häufige Fehler

  • Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler. Lies den Text laut oder lass jemanden gegenlesen.
  • Uneinheitliche Datumsformate (mal „03/21“, mal „März 2021“).
  • Veraltete Telefonnummer oder eine unseriöse E-Mail-Adresse. Eine Adresse mit Vor- und Nachnamen genügt.
  • Angabe von Gehaltswünschen, wenn die Stelle sie nicht verlangt.
  • Beschreibung von Tätigkeiten ohne Bezug zur Stelle, während Passendes fehlt.
  • Ein Lebenslauf für alle Stellen. Passe die Reihenfolge der Stichpunkte an die Anzeige an, ohne etwas zu erfinden.
  • Unterschrift fehlt oder Datum steht nicht: Beides ist heute optional, aber einheitlich zu handhaben (siehe unten).

Datum und Unterschrift

Ort und Datum am Ende sowie eine Unterschrift sind üblich, aber keine Pflicht. Wenn du das Dokument digital versendest, lässt du die Unterschrift häufig weg oder setzt eine eingescannte Unterschrift ein. Entscheide dich einmal und bleib dabei, auch im Anschreiben.

Ein Muster zum Ausprobieren

Wenn du sehen willst, wie das aussieht: Das kostenlose Lebenslauf-Muster (Word) zeigt Aufbau und Abstände in einem Design mit erfundenen Beispieldaten. Du findest es unter Gratis-Muster. Mehrere Designs mit passendem Anschreiben und Deckblatt gibt es in den Vorlagen, zum Beispiel Lebenslauf klassisch und Lebenslauf modern & dezent. Für den Start ins Berufsleben ist Lebenslauf Berufseinstieg & Ausbildung gedacht.

Quellen und weiterführende Stellen

Weiterlesen

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