Umzugskosten planen: alle Posten im Überblick
Transporter, Kaution, doppelte Miete, Renovierung: damit du am Ende keine böse Überraschung erlebst.
Wer umzieht, denkt zuerst an Kartons und einen Transporter. Das Geld verschwindet aber an ganz anderen Stellen: in der Kaution, in zwei Mieten gleichzeitig, in Renovierung und Kleinkram, der sich in keiner Kalkulation findet. Mit einer Liste der Posten und ein paar Fristen lässt sich das gut planen.
Fangt mit den großen Posten an
1. Transport. Je nach Umfang kommt ein gemieteter Transporter mit Helfern, ein Umzugsunternehmen oder eine Mischung (du packst, die Firma fährt) in Frage. Hole für ein Umzugsunternehmen mindestens zwei Angebote ein und lass sie nach einem Besichtigungstermin schriftlich ausstellen. Prüfe, ob Treppenhaus, Halteverbotszone und Tragestrecke eingepreist sind. Beim Transporter kommen Miete, Kraftstoff, eventuell eine Kautionssumme und die Versicherung dazu.
2. Halteverbotszone. Wer vor dem Haus nicht parken kann, braucht oft eine Genehmigung vom örtlichen Amt. Die Gebühr und die Vorlaufzeit unterscheiden sich von Stadt zu Stadt. Frage rechtzeitig nach, denn die Genehmigung braucht meist ein paar Tage bis Wochen.
3. Kaution und Maklerkosten. Für die Mietkaution gilt: Sie darf höchstens drei Nettokaltmieten betragen, und du darfst sie in drei gleichen Monatsraten zahlen (§ 551 BGB). Die Maklerprovision bei Mietwohnungen trägt in der Regel der Auftraggeber, also meist der Vermieter. Bei einem Kauf gelten andere Regeln.
4. Doppelte Miete. Überschneidungen von altem und neuem Mietverhältnis sind der Klassiker. Plane mindestens einen halben bis ganzen Monat ein, wenn du renovieren oder in Ruhe räumen möchtest. Die Kündigungsfrist der alten Wohnung entscheidet, wie lange du doppelt zahlst, deshalb zuerst den Mietvertrag lesen.
5. Renovierung und Reparatur. Ob du beim Auszug streichen musst, hängt vom Mietvertrag und von der Rechtsprechung zu Schönheitsreparaturklauseln ab. Frag im Zweifel einen Mieterverein. Für die neue Wohnung brauchst du Farbe, Bodenbelag, Lampen, Dübel, Leisten. Das Material ist leicht zu unterschätzen.
Die kleinen Posten, die sich summieren
- Umzugskartons, Packpapier, Klebeband, Decken
- Nachsendeauftrag bei der Post (kostenpflichtig, bei der Post nach aktuellem Preis fragen)
- Ummeldung des Autos, falls sich der Zulassungsbezirk ändert
- Neue Möbel, Gardinen, Küchen-Teile, Einbauten
- Verpflegung am Umzugstag für Helfer
- Anschlussgebühren für Internet und Strom, eventuell Technikertermin
- Reinigung der alten Wohnung
- Nebenkostenvorauszahlungen und Abschlag für Strom und Gas am neuen Ort
Eine pauschale Summe für „Kleinkram“ ist in jeder Kalkulation sinnvoll. Als Faustregel planen viele einen Puffer von etwa einem Zehntel der Gesamtsumme ein. Das ist eine Erfahrungsregel, keine feste Größe.
Fristen, die du nicht verpassen solltest
- Kündigung der alten Wohnung: Frist laut Mietvertrag, bei normalen Mietverträgen in der Regel drei Monate zum Monatsende. Schriftlich und mit Nachweis.
- Ummeldung: Nach dem Einzug musst du dich innerhalb von zwei Wochen beim Einwohnermeldeamt anmelden (§ 17 BMG). Viele Gemeinden bieten Termine online an, die in der Hochphase früh ausgebucht sind. Buche den Termin vor dem Umzug.
- Strom, Gas, Internet: Beauftrage den Wechsel oder die Neuanmeldung mehrere Wochen vorher, besonders bei Internet. Notiere am Übergabetag die Zählerstände mit Datum und mache Fotos.
- Rundfunkbeitrag, Versicherungen, Bank, Arbeitgeber, Krankenkasse: Adresse ändern. Ein Teil läuft online, ein Teil per Brief.
Was steuerlich möglich ist
Dies ist keine Steuerberatung, sondern eine Orientierung, was du prüfen kannst.
- Beruflich veranlasster Umzug: Kosten können als Werbungskosten absetzbar sein, zum Beispiel bei einem Wechsel des Arbeitsortes oder einer deutlich kürzeren Fahrzeit. Bewahre alle Rechnungen auf und halte den beruflichen Anlass fest.
- Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen: Nach § 35a EStG kann ein Teil der Arbeitskosten die Steuer mindern, wenn du die Rechnung unbar bezahlst und sie die Arbeits- und Materialkosten getrennt ausweist. Das gilt auch für Umzugsdienstleistungen und Renovierungen. Höchstbeträge und Prozentsätze solltest du im Gesetzestext oder beim Finanzamt prüfen, weil sie sich ändern können.
- Barzahlung vermeiden: Wer beim Umzugsunternehmen bar zahlt, verliert den Steuervorteil.
Im Zweifel hilft ein Lohnsteuerhilfeverein oder eine Steuerberatung.
Sinnvolle Reihenfolge
- Mietvertrag der alten Wohnung lesen, Kündigung schicken
- Budget aus den Posten oben aufstellen
- Angebote einholen und Termin festlegen
- Verträge für Strom, Gas, Internet kündigen oder umziehen
- Ausmisten (verkauft oder verschenkt wird nicht transportiert)
- Packen: pro Raum, beschriften, Wichtiges separat
- Übergabe mit Protokoll und Zählerständen
- Anmeldung, Adressänderungen, Nachsendeauftrag
So hältst du den Überblick
Eine einfache Liste hilft schon: Posten, geplanter Betrag, tatsächlicher Betrag. Wer es bequem will, nutzt die kostenlose Umzugs-Checkliste als PDF unter Gratis-Muster. Für Checkliste mit Terminen und Kostenplan in einer Datei gibt es den Umzugsplaner, und wenn du in der neuen Wohnung renovierst, den Renovierungskosten-Planer.
Quellen und weiterführende Stellen
- § 551 BGB, Begrenzung der Mietkaution
- § 17 Bundesmeldegesetz, Anmeldung
- § 35a EStG, haushaltsnahe Dienstleistungen